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oikos Bayreuth - 16. Mai 2007

Heiße Diskussion um kühles Klima: oikos Workshop simuliert Post-Kyoto-Verhandlungen

Im Rahmen des AIESEC-Symposiums "Sustainable Future - Ist eine nachhaltige Entwicklung Afrikas möglich?" organisierte oikos Bayreuth einen Workshop zum Thema "Klimaschutz und Entwicklungspolitik - Was kommt nach Kyoto und wie kann Afrika davon profitieren?"

Im Mittelpunkt des Workshops stand die Simulation von Verhandlungen eines Nachfolgeabkommens für das Klimaschutzprotokoll von Kyoto, dessen Regelungen 2012 auslaufen. Als Repräsentanten von Nationalstaaten brachten die Teilnehmer verschiedene Interessenlagen in die Diskussion ein.

Die Verhandlungen begannen, nachdem sich  die Workshopteilnehmer anhand ausgewählter Texte mit der Rolle ihres jeweiligen Landes vertraut gemacht hatten. Zuvor vermittelten Impulsreferate der oikos-Referenten das nötige Hintergrundwissen zum internationalen Klimaschutzregime (Klimarahmenkonvention, Kyoto-Protokoll), zur besonderen Situation Afrikas und zu flexiblen Mechanismen des Klimaschutzes (Emissionshandel, Clean Development Mechanism).

 

Nachstehend dokumentiert sind einige Statements aus den Verhandlungen:

 

USA (als Gegner von vertraglich geregelten Treibhausgas-Minderungszielen):

 

"Wir sind für die Reduktion aber gegen Verträge."

 

"Die USA haben die größten Naturschutzgebiete weltweit."

 

"Wärt ihr nicht so viele, könntet  ihr auch mehr emittieren“ (zu Indien und Nigeria als Reaktion auf das Argument, dass dort die Pro-Kopf-Emissionen viel niedriger als in den USA seien)

 

"Wir könnten zugestehen, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht wird. Jetzt möchten wir aber auch Zugeständnisse von ihnen.“

 

"Wir sehen keinen Sinn für ein Kyoto-Protokoll, wenn mehrere Länder keine Reduktionsziele eingehen wollen."

 

"Gelder sollten entsprechend der Fertilitätsrate verwendet werden“ (zur Frage, wie Entwicklungsländer Erlöse aus dem Zertifikatehandel einsetzen können)

 

"Wir brauchen keine Verträge."

 

Nigeria (als ölreiches Entwicklungsland):

 

"Ihr lebt auf Kosten des Klimas, das wir noch aufrechterhalten. … Ihr müsst zurückfahren.“ (zu den USA und der EU)

 

"Wir leiden unter dem Klimawandel."

 

"Natürlich wollen wir, dass global die Emissionen zurückgeführt werden. Aber es ist irrational, von uns zu verlangen, die Emissionen zu reduzieren."

 

"Viele Länder haben sich auf unsere Kosten entwickelt. Wir werden keine Verpflichtungen eingehen, unsere Emissionen zurückzufahren."

 

"Wir fordern mehr Entwicklungshilfe."

 

"Wir möchten Reparationen von den Industrieländern."

 

"Wir halten einen globalen Emissionshandel für gerecht."

 

"Über die Zertifikate möchten wir Geld von den reichen Ländern, um uns entwickeln zu können."

 

"Wir lassen uns keine Bevormundung in Hinblick auf die Verwendung der Einnahmen aus dem Zertifikatehandel gefallen."


EU (als Befürworter verbindlicher Minderungsziele):

 

„Reduktion ist notwendig.“

 

„Bezüglich der Allokation pro Kopf müssen wir einen Mittelweg finden."

 

„Das Ding macht ja auch nur Sinn, wenn es Sanktionen gibt.“ USA: „Was?“

 

„Das globale Zertifikatehandelssystem ist vermittelbar."

 

"Es geht nicht, dass das Geld [aus dem Zertifikatehandel] einfach so in die [Entwicklungs-]länder fließt."

 

„Das Geld muss sinnvoll verwendet werden.“


Indien (als Schwellenland mit stark wachsenden Pro-Kopf-Emissionen):

oikos – students for sustainable economics and management